Impuls Oktober 2026
Der HERR wird für euch streiten, und ihr werdet stille sein.
2.Mose 14, 14
Liebe Mitglieder, liebe Freunde,
Streit und Stille: meist ist das ein großer Gegensatz, denn beim Streit wird es schnell mal wortreich, heftig und laut. Stille ist da kaum zu erwarten. Diese Verheißung gibt Gott seinem Volk als sie gerade auf der Flucht sind vor den Ägyptern, die ihnen mit geballter Militärmacht auf den Fersen sind. Dabei hatte der Pharao ihnen doch e-i-g-e-n-t-l-i-c-h zugesagt, dass sie jetzt endlich nach so vielen Jahren der Zwangsarbeit in ihr Heimatland ziehen dürften. Aber der Pharao hatte es sich anders überlegt. Und so hatten sie nun vor sich das unüberwindbare Rote Meer und hinter sich die Übermacht der ägyptischen Militärmaschinerie. Das konnte einfach nicht gut gehen. Wie auch? Man musste doch nur die Augen aufmachen. Es gab keinen Ausweg. Stimmt. Da war wirklich kein Weg. Deshalb hat Gott einen neuen Weg gemacht – mitten durchs Wasser. Auch wenn Gott dafür einen komplett neuen Weg machen musste. Wie er das gemacht hat? Wir wissen es nicht. Aber die Israeliten konnten da hindurchgehen. Sie haben den freien Weg gesehen und allen ihren Mut zusammengenommen, um diesen eigentlich „unmöglichen“ Weg mitten durch die Wasserwüste zu gehen. Das Wunder der Rettung geschah.
Vielleicht war das anschließende Wunder der Stille genau so groß. Denn immerhin waren sie danach „stille“. Es verschlug ihnen also die Sprache. Dem gab es nichts mehr hinzuzufügen. Da muss schon was passiert sein, wenn dieses renitente und besserwisserische Volk wirklich „stille“ wird.
Was uns das sagt? Wenn wir keinen Ausweg mehr sehen, selbst mit bestem Optimismus nicht, mag das sehr wohl so sein. Aber Gottes Möglichkeiten sind damit noch nicht erschöpft. Denn Gott kann uns Wege und Türen öffnen, wo zuvor keine waren. Wer weiß? Das verschlägt auch uns dann die Sprache.
Euer Pastor Georg Schierling


