Impuls September 2026
Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir.
Johannes 10, 27
Liebe Mitglieder, liebe Freunde,
Jesus vergleicht die Gemeinschaft mit seinen Jüngern mit der Beziehung, die ein Hirte zu seinen Schafen hat. Zunächst mal: Schaf ist nicht gleich Schaf. Der Hirte weiß das. Der Hirte kennt seine Schafe. Auch die Schafe kennen ihren Hirten. Man kennt sich. Es ist eben nicht so, dass die Schafe „dumm wie ein Schaf“ sind. Nein, nein, so ist das nicht. Sie kennen sogar durchaus die Stimme „ihres“ Hirten. Deshalb geht der Hirte unterwegs vor der Herde seinen Schafen voran – und redet mit ihnen. So folgen die Schafe der Stimme ihres Hirten. Das ist wirklich so. Man muss die Schafe gar nicht antreiben oder in eine Richtung drängen. Sie folgen dem Hirten. Einfach so. Weil sie ihn kennen und ihm vertrauen.
Ohne Bild: Jesus als der Gute Hirte kennt uns. Jeden persönlich. Er kennt unsere Eigenarten und Persönlichkeit. Und er sorgt für uns. Er geht uns voran auf einem guten Weg, auf dem wir Ihm folgen können – und sollen. Jesus nachzufolgen ist Vertrauenssache. Natürlich folgt man nicht einem x-beliebigen Menschen nach. Man muss den schon kennen und vertrauenswürdig finden, dem man da nachfolgt.
Man kennt sich, wenn man schon ein Stück Weg miteinander gegangen ist, wenn man gemeinsame Erfahrungen gemacht hat, wenn man gehört hat, wohin es gehen soll. Deshalb vertrauen wir uns Jesus an.
Es bleibt immer noch die Herausforderung im Stimmengewirr des Alltags die Stimme Jesu herauszuhören aus dem lautstarken Gewusel, das uns umgibt. Deshalb lohnt es sich nah dran zu bleiben bei Jesus, um den Kontakt nicht zu verlieren. Selbst wenn es zwischendrin gar nicht nach einem „guten Weg“ aussieht, oder es eine Durststrecke gibt, oder tiefe, dunkle Täler (Ps 23, 4) so bleibt doch die Zusage Gottes: Ps 23, 2: „Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.“
Was ist, wenn trotzdem eins von den Schäfchen verloren geht? Sich verlaufen hat? Auf Abwege geraten ist? Dann startet Gott die großangelegte Such- und Rettungsaktion um „sein“ Schaf zu finden:
Mt 18, 12-14: „Was meint ihr? Wenn ein Mensch hundert Schafe hätte und eins unter ihnen sich verirrte: lässt er nicht die neunundneunzig auf den Bergen, geht hin und sucht das verirrte? Und wenn es geschieht, dass er’s findet, wahrlich, ich sage euch: Er freut sich über dieses eine mehr als über die neunundneunzig, die sich nicht verirrt haben. So ist’s auch nicht der Wille bei eurem Vater im Himmel, dass auch nur eines von diesen Kleinen verloren werde.“
Euer Pastor Georg Schierling


