Impuls Juli 2026
Du stellst meine Füße auf weiten Raum.
Psalm 31, 9
Liebe Mitglieder, liebe Freunde,
alleine dieser kurze Ausschnitt aus dem Psalm 31 ist schon eine Ermutigung. Er lenkt den Blick auf das Hoffnungsvolle, auf die Möglichkeiten auf den weiten Raum zur Entwicklung des Lebens, den Gott dem Menschen gibt. Das hat wirklich zu tun mit Freiraum und Freiheit, die Gott gibt, damit sich unser Leben gut entwickeln kann. Man könnte befürchten, dass das eine gut gemeinte Verkürzung eines längeren Textes ist, aber gar so optimistisch dürfe man doch sicher auch wieder nicht sein?
Tatsächlich heißt der Zusammenhang in Ps 32, 8-10 so: „8 Ich freue mich und bin fröhlich über deine Güte, dass du mein Elend ansiehst und kennst die Not meiner Seele. 9 und übergibst mich nicht in die Hände des Feindes; du stellst meine Füße auf weiten Raum. 10 HERR, sei mir gnädig, denn mir ist angst! Mein Auge ist trübe geworden vor Gram, matt meine Seele und mein Leib.“
Wir sehen: Der Beter redet vom „wirklichen Leben“. Und dieses Leben enthält Elend, „Not meiner Seele“, Feinde die einem das Leben zur Hölle machen, so dass einem Angst und Bange wird. Kurz gesagt: Das wirkliche Leben ohne rosa-rot-Filter beschert uns viel Grund für Angst und Verzagtheit. Und trotzdem: mitten in dieser deprimierenden Bestandsaufnahme ragt wie ein Leuchtturm dieser Satz auf: „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“. Das heißt: die Situation mag so deprimierend sein, wie sie nun mal gerade ist. Dennoch stellt Gott meine Füße auf weiten Raum. Da ist Freiheit. Da ist Raum zur Entfaltung und zur Entwicklung. Trotz allem, was mich bedrängt und einengt. Deshalb heißt es auch kurz zuvor: „Ich freue mich und bin fröhlich über deine Güte…“, denn der Beter hat erlebt, dass das nicht nur so ein oberflächlicher Muntermacher-Spruch ist. Denn es heißt hier sehr präzise: „du hast mein Elend gesehen und kennst die Not meiner Seele.“ Gott weiß also genau wie ernst die Lage ist und er sieht die bedrückte Seele. Dieser Angst stellt Gott seine Zusage entgegen, so dass der Beter merkt: „du stellst meine Füße auf weiten Raum.“ So macht Gott uns den Weg frei. In dem Moment hat die Angst und die Not keine Macht mehr.
Euer Pastor Georg Schierling


