Impuls Februar 2025

„Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes, der uns tröstet in aller unserer Bedrängnis, damit wir auch trösten können, die in allerlei Bedrängnis sind, mit dem Trost, mit dem wir selber getröstet werden von Gott.“
2.Korinther 1, 3+4

Liebe Mitglieder, liebe Freunde,

Schwierigkeiten gibt es in diesen Tagen mehr als genug – und Nöte auch. Der Krieg in der Ukraine geht weiter. Die Leute dort sitzen in Wohnungen, die gerade mal die 5° C Marke erreichen. Bisher wurden dort die Stromausfälle zuvor angekündigt, damit die Leute sich darauf einstellen konnten. Jetzt geht auch das nicht mehr.

Auch bei Paulus gab es krasse Problemzeiten, wo er nicht wusste, wie es für ihn weitergeht. Wir lesen das gerade in der Apostelgeschichte in den Kapiteln 21-26, wo er zuerst festgenommen wird, und sich dann an verschieden Stellen den Anschuldigungen seiner Verkläger erwehren muss – mit ungewissem Ausgang.

Da waren eben nicht nur die großartigen Zeiten, wo die Menschen scharenweise zum Glauben an Jesus Christus kamen, sondern es gab auch die Anfeindungen und die krassen Durststrecken im Glauben. Selbst von einem Mann wie Paulus heißt es in 1.Kor 1, 8: „Denn wir wollen euch, Brüder und Schwestern, nicht verschweigen die Bedrängnis, die uns in der Provinz Asia widerfahren ist, da wir über die Maßen beschwert waren und über unsere Kraft, sodass wir auch am Leben verzagten

Das passiert also selbst einem unserer Meinung nach starkem Glaubenshelden wie Paulus, dass er „am Leben verzagt“. Das geschieht, weil er sich „über die Maßen beschwert“ sah. Die Last seines Lebens war einfach zu groß geworden. Wenn man so ganz elementar am Leben verzagt, ist man wirklich total am Ende. Ist das eine Erschöpfungsdepression? Es war einfach zu viel. Es ging nicht mehr. Akku leer. Keine Kraft mehr. Und dann?

Paulus erinnert sich daran, dass sein Gott nicht irgendein Gott ist, sondern dass er –neben anderem- eben auch der „Gott allen Trostes“ ist. Will sagen: Zuerst einmal fühlt Gott mit. Er kennt das Leiden und er versteht den Burnout, er kennt den Schmerz und die Verzweiflung. Und deshalb gibt’s von Gott in so einer Situation auch keine Durchhalteparole und kein munteres Schulterklopfen, sondern Anteilnahme – und eine Auszeit. So wie bei Elia, der nach seiner Flucht in die Wüste erst einmal ein paar Tage am Stück unter einem Ginsterbusch schläft und zwischendurch etwas isst und trinkt. (1. Kön 19, 4-8)

Bevor wir also andere trösten, werden wir selbst vom HERRN getröstet. Und DIESEN Trost können wir dann weitergeben. Der hilft nämlich wirklich. Weil er von Gott selbst kommt. Und weil er in die Gegenwart Gottes bringt.

Euer Pastor Georg Schierling