Die Jahreszeiten sind ein Spiegelbild unseres Lebens. Seit jeher haben Menschen die Jahreszeiten u. a. auch so verstanden – als Bild für unseren Lebenslauf: den Frühling für die Jugend, den Sommer für das Erwachsensein, den Herbst für das Älterwerden und den Winter für die letzte Lebenszeit und den Tod. Der Jahresbeginn lädt uns ein, unser Leben einmal bewusst mit diesen Bildern in Verbindung zu bringen. In welcher „Jahreszeit“ meines Lebens befinde ich mich gerade? Und wie habe ich die vorausgegangenen erlebt? Jeder von uns steht in einem anderen Bereich seines „Jahreszyklus“. Keiner von uns weiß, wie lange unser Leben dauert und wann sich der „Jahreskreis“ unseres Lebens schließt. Wir kennen von unseren zwei großen Lebensdaten „von… – bis…“ nur eins: „von“. Das „bis“ kennen wir nicht. Wir wissen, wann wir geboren wurden, wann wir sterben werden, bleibt uns verborgen. Wir kennen unseren Anfang, aber nicht das Ende.

Aber wie in jedem Jahr die Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter wiederkehren, so geschieht es auch in unserem Lebenskreislauf – egal wie alt wir gerade sind. In jedem Lebenszyklus – ob Jugend, Erwachsensein, Älterwerden oder Sterben – gibt es „Schwangerschaft“, „Geburt“, „Aufblühen“, „Welken“ und „Sterben“. Manches müssen wir lassen und bewusst loslassen, damit wieder Neues geboren werden kann – in jeder „Jahreszeit“ unseres Lebens.

Was ist in meinen vergangenen „Jahreszeiten“ schon alles gestorben? Und was ist dadurch an Neuem geboren worden? Was „welkt“ gerade so vor sich hin? Was sollte ich endlich einmal „sterben“ lassen, damit Neues Chance und Nährboden bekommt, um zu wachsen?
Diesen Fragen nachzugehen ist keine Zeitverschwendung sondern sinnfüllende Zeit. Zeit, die unserem Leben neue Richtung geben kann – oder die Gewissheit stärkt, in der richtigen Richtung unterwegs zu sein.
Der Jahresbeginn scheint mir dafür eine besonders geeignete Zeit zu sein, weil ich in den ersten Tagen eines neuen Jahres empfänglicher bin für einen Rückblick und Ausblick.

Allen ein von Gott gesegnetes neues Jahr.
Johannes Rosemann

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